Tangalle – Heute nur mit dem Tuc Tuc unterwegs
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Wir entschieden uns heute für kleine Ausflüge in der Umgebung und erkundigten uns bei einem Hotel-Angestellten über die lokalen Tuc Tuc Preise. Bewaffnet mit diesen Informationen verliessen wir das Hotel und wollten entlang der Hauptstrasse ein Tuc Tuc abfangen. Wir hatten das Hotel-Tor noch nicht durchschritten, da kam uns schon das erste Tuc Tuc entgegen. Welche Überraschung, es war derselbe Fahrer, welcher uns hier ins Hotel führte. Von der ersten Fahrt wussten wir bereits, dass er sehr schlitzohrig war. So wurde zuerst verhandelt, denn unser Ziel war es für den Rest des Tages mit einem Tuc Tuc unterwegs zu sein. Nach einem kurzen Gespräch wurden wir uns einig und wir stiegen ein. Die Fahrt ging zuerst zum Blow Hole, eine Felsenöffnung am Meer, die bei gutem Wellengang das Wasser wie bei einem Springbrunnen aufpeitschen lässt. Der Fahrer parkierte vor einem Restauraunt und die letzten Meter machten wir zu Fuss. Einmal mehr wurde den fremden Touristen für den Besuch ein relativ hoher Betrag abgeknüpft. Leider war es uns nicht möglich den direkten Vergleich mit dem einheimischen Tarif herzustellen, da die Angaben in singhalesischen Schriftzeichen  für uns nicht entzifferbar waren. Nach der Bezahlung des Eintritts teilt uns der Kassierer freundlicherweise noch mit, dass wegen Ebbe die Blow Hole nicht so aktiv sei. Super – da werden wir ja echt an der Nase herumgeführt. Trotz diesem schlechten Vorzeichen stiegen wir das letzte Teilstück zu den Felsen hoch. Wie recht der Mann doch hatte, ausser einem langen Felsspalt ins Meer hinaus wo am Ende die schwachen Wellen auftrafen passierte in diesem Loch gar nichts. Jedoch die Feuchtigkeit auf den Felsen verriet uns, dass hin- und wieder stärkere Wellen auftreffen und diese das Loch zum Aufspritzen bringen. Wir waren Geduldig und beobachteten das Naturspiel weiter. Neben uns kamen die meisten Besucher kurz hoch, knipsten mit dem Handy ein Selfie und verschwanden wieder. Mit der Zeit konnten wir am Geräusch der Wellen erkenne, ob es für einen Spritzer ausreicht. Plötzlich wurde es massiv lauter und das Loch Spuckte eine Fontäne aus, Jedoch bevor wir unsere Fotoapparate in Bereitschaft hatten. Also warteten wir weiter, denn der Erfolg war sicher. Beim nächsten Durchgang nach wiederum langer Wartezeit hatte es dann geklappt und die Fontäne war abgelichtet. Ich machte noch einen Spaziergang in der näheren Umgebung und ging dann wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Im Restaurant tranken wir ein gekühltes Miranda und während dem Trinken äusserte Stephan den Verdacht, wir würden jetzt für dieses Getränk abgezockt, weil der Fahrer und Wirt ein gemeinsames Spiel betreiben. Als ich dann die Getränke direkt beim Besitzer bezahlte bestätigte sich der Verdacht, denn zum ersten Mal bezahlten wir fast den doppelten Preis. Ich sprach den Wirt darauf an, doch dieser erwiderte, dass dies ein Restaurant sei und deshalb der Preis stimmt. Eher zutreffend ist ein Resto-Kiosk, aber ich wollte mit diesem Gauner nicht weiter stürmen, denn der effektive Betrag lohnte sich nicht und ich bezahlte die Rs 200 pro Getränk. Als ich am Tisch wieder bei Stephan war, ärgerte er sich über unseren Fahrer, der mit uns sein Spielchen treibt. Wir beschlossen ins Hotel zurück zu gehen und den Fahrer fallen zu lassen, denn die nächste Episode wird folgen und wir wollten ja mit diesem Typ bis spät in den Abend unterwegs sein. Als wir den Fahrer darauf ansprachen wollte er selbstverständlich nichts von einer Verbindung zum Wirt wissen und erzählte uns weitere Stories. Dabei verstrickte er sich immer mehr in Aussagen, die uns massiv an seiner Glaubwürdigkeit zweifeln liess. Zudem steigerte sich Ton und die Aggressivität war ihm ins Gesicht geschrieben. Stephan wollte diesen Typ unbedingt vom Hals haben und bezahlte im nach Eintreffen im Hotel den vereinbarten Tagespreis und wir verabschiedeten uns wortlos von diesem „big ring muskle“.

Den Fahrer für das geplante Turtle Watching hatten wir dann über das Hotel aufbieten lassen. Uns war die Lust für weitere Ausfahrten vergangen und so verbrachten wir einen Teil des Tages am Strand. Nach dem Abendessen im Hotel holte uns der Fahrer pünktlich um 20:00 ab und wir fuhren nach Rekawa zur Turtle Watch Station. Am nahen Strand kommen fast täglich riesige Meerschildkröten für die Eiablage an den Strand. Wir waren eine grosse Gruppe von etwa 40 Personen und nachdem alle ihre Spende Bezahlt hatten startete der Strandmarsch. Unter dem schwachen Licht des Sichelmondes trieb uns der Führer in einem zackigen Schritt durch den Sand. Vermutlich hatten wir etwa 3 Kilometer zurückgelegt bis wir auf die ersten Schleifspuren im Sand trafen. Die Grüne Schildkröte hatte sich bis an das Ende des Sandstrandes durchgekämpft und war bereits daran das Loch wieder zu zuscharren. Nur mit rotem Taschenlampenlicht durfte die Schildkröte beobachtet werden und Blitzlicht zum Fotografieren war strengstens (unter Ausschluss der Beobachtung) untersagt. Leider konnte ich die Schildkröte im Dickicht nur von hinten sehen und wartete ich, bis sie sich wieder auf den Weg zum Meer zurück begab. Dies war für das schwere Tier eine sehr grosse Anstrengung, da war mein Strandmarsch im Vergleich dazu ein leichter Spaziergang. Nachdem die Schildkröte in der Meerbrandung abgetaucht war machte ich auf den beschwerlichen Rückweg, jedoch mit einem weiteren Naturerlebnis im Erfahrungsschatz. Beim Tuc Tuc angekommen war ich erneut völlig durchnässt und konnte mein Hemd auswinden. Nach einem luftigen Rückweg durch die in den Schlaf versunkene Stadt freute ich mich auf eine Flasche Wasser und das eigene Bett.          

Weiterreise von Thissamaharama nach Tangalle

Die Reisetage sind bei einer Reise unabdingbar – auch wenn es nur kurze Distanzen sind wie heute mit 80 km. Am Ablauf verändert sich auch nichts Wesentliches. Einfach gesagt: Frühstücken – Packen – Tuc Tuc – Bus Station – Bus suchen – Gepäck verladen einsteigen und los geht die Fahrt. Das Ticket wird üblicherweise immer während der Fahrt unterwegs gelöst. Der Ticketverkäufer hat hierfür ein elektronisches Gerät mit integriertem Drucker dabei, welcher das gewünscht Ticket gleich ausspuckt. Die Fahrt heute nach Tangalle kostet uns Rp. 101, was etwa 60 Rappen entspricht. Ich suche mir wenn möglich immer einen Fensterplatz, an dem ich selber bestimmen kann wie weit das Fenster offen stehen soll, denn der Fahrtwind kann schon heftig um die Ohren pfeifen. Ein weiteres Kriterium ist die Distanz zu den Lautsprechern, welche so laut eingestellt werden und selbst die hyperaktiven Hupgeräusche des Fahrers übertönen können. Der wartende Bus war noch fast leer und so wurden meine Kriterien der Sitzplatzwahl wieder einmal erfüllt. Die Fahrt selbst war im Vergleich zu anderen Fahrten sehr angenehm. Nur einmal trat der Fahrer etwas brüsk auf die Bremse und stand fast quer zur Fahrbahn, weil ein Mensch auf der Fahrbahn war. Was immer zu diesem Ereignis führte wurde kurz diskutiert und dann wurde die Fahrt sofort wieder aufgenommen. Pünktlich am Mittag trafen wir nach 2 Stunden Reise in Tangalle ein. Um uns zu orientieren suchten wir ein Restaurant auf und tranken ein kühles Mirinda, ein nationales Softgetränk mit Orangenaroma. Für die Fahrt zum Hotel Nuga Eden wählten wir ein Tuc Tuc und ich bin jedes Mal erstaunt, dass das Gepäck und wir auf ganz verschiedene Arten auf diesen Dreirädern Platz finden. Im Hotel hatten wir die Eco Villa für 2 Nächte gebucht. Dies war eine kleine, einfache Hütte inmitten der Hotelanlage. Das Dach Bestand aus braunen Blättern und vor der Hütte flankierten 2 Stühle einen kleinen Tisch. Der erste Eindruck versprach eine wilde Gemütlichkeit, denn die Hütte wies unter dem Dach grosse Lüftungsschlitze auf. Erssta auf den zweiten Blick war ersichtlich, dass diese Einlässe mit einem grünen, feinmaschigen Fliegengitter abgedichtet waren. Zudem war über dem Bett ein Moskitonetz montiert. Das Bad und die Dusche waren zum Schlafraum hin nur durch eine Rollmatte mit Plastikschutz abgetrennt. Das Ganze wirkte anfänglich sehr abenteuerlich, doch nach einer genauen Inspektion war es mir sehr wohl in dieser Behausung.

Zum ersten Mal hatte ich hier die Gelegenheit im Meer zu Baden. Unterhalb des Hotels, getrennt durch die Hauptstrasse, lag eine kleine Bucht mit hellem Sandstrand. Ich machte den Versucht und genoss ein Bad. Der Strand war für meinen Geschmack etwas steil. Dies kommt vermutlich davon, dass die Wellen im felsigen Untergrund vor dem Strand stark aufschlagen und den Sand stark aufstossen. Dies merkte ich auch als ich ins Wasser ging, denn die erste Welle hatte mich beinahe umgehauen. Das Wasser war zudem sehr trüb und ich konnte nichts sehen. Nach einem kurzen Pflotscher wanderte ich barfuss am Strand entlang und verbrannte mir dabei fast die Fusssohlen. Immer wieder suchte ich zur Abkühlung den feuchten Sand auf. Zur Entspannung nahm ich nach diesem Strandausflug ein Bad im Hotelpool.

Für das Abendessen wählten wir das Restaurant Moon River Seafood weiter westlich in einer anderen Bucht. Zum ersten Mal konnten wir wieder frischen Fisch und Crevetten direkt am Strand geniessen und dies ohne Belästigungen von Mücken. Es war ein ganz gemütlicher und erholsamer Abend.         

Thissamaharama - Besuch im Yala National Park

Ausnahmsweise mussten wir sehr früh aus den Federn und unser klimatisiertes Zimmer in den Reisfeldern verlassen. Es war noch stockdunkel als wir zur vereinbarten Zeit um 5:00 Uhr in der offenen Lobby standen. Mit etwas Verspätung traf unser 4x4 Offroad-Fahrzeug, wir bezahlten im letzten Moment im Licht der rot leuchtenden Hecklampen den abgemachten Betrag für die Safari und stiegen auf das Fahrzeug. Auf der Ladefläche waren, abgestuft wie im Kino, 6 Autositze montiert. Jeder von uns wählte eine Reihe, so dass wir jeweils auf beiden Seiten des Fahrzeuges fotografieren konnten. Doch zuerst brausten wir noch ca. 20 km auf der Teerstrasse bis zum Parkeingang. Diese Hinfahrt entpuppte sich zu einer frühmorgendlichen Asphalt-Rallye unter Offroadern. Jeder wollte schneller vor dem Parkeingang für den Yala National Park anstehen. Als wir dann an der Zahlstelle eintrafen verstanden wir auch warum, denn hier warteten bereits fünfzig Fahrzeuge und wickelten die Formalitäten für den Zugang ab. User Fahrer stellte sich auch in die lange Kolonne vor dem schwach beleuchteten Haus und wir verbrachten die Zeit mit Warten und beobachteten dabei die Chinesen, wie sie sich mit Selfies eindeckten. Inzwischen brach der Tag an un d nach einer nicht festgehaltener Wartezeit fuhren wir weiter zum Park Tor. Zusätzlich begleite und wieder ein Park-Mitarbeiter, der für uns die Umgebung nach Tieren auskundschaftete. Nun konnte das Abenteuer Safari in der Offroad-Karawane beginnen. Doch es zeigte sich schon sehr schnell, dass durch die Verzögerung beim Eintritt sich die Fahrzeuge schnell auf den verschiedenen Wegen verteilen. Die ersten Tiere unserer heutigen Begegnung waren 2 Schakale. Kurz darauf entdeckten wir Rehe, sahen ganz viele verschiedenen Vögel, welche sich auch teilweise gut ablichten liessen und andere einfach aus der Ferne. Die Vielzahl der Tiere, die wir nach kurzer Zeit entdecken konnten war sagenhaft. Irgendwann begegneten wir einem allein herumziehenden Elefantenbullen. Ich kann hier nicht mehr alle Tierarten der richtigen Reihenfolge zuweisen und fasse einfach zusammen, was wir alles gesehen hatten: Wildschweine, Fasane, Adler, Wasserbüffel, Krokodile, Mungos, und vieles mehr. Auch einen Leoparden konnten wir sehen. Er lag entspannt auf einem Baumast und schaute gelangweilt zu den Besuchern. Auf dem Weg davor bildete sich eine Lange Schlange mit Fahrzeugen und verursachten einen Safari-Stau mit langen Wartezeiten. Leider konnte ich den Leopard wegen der Distanz nicht fotografieren. Durch die starken Regen am Vortag waren die Strassen teilweise stark aufgeweicht und in der Landschaft bildeten sich viele Wasseransammlungen. Doch wir hatten Glück, zwar wurden wir nicht von prallem Sonnenschein begrüsst und es war leicht bewölkt, aber es regnete dafür nicht mehr. Als wir an der Küste zum indischen Ozean eintrafen gab es eine kurze Pause und dann mussten wir schon langsam die Rückfahrt antreten. Die halbtägige Safari dauert normalerweise bis um 11:00 Uhr und anschliessend werden die Besucher wieder ins Hotel zurückgeführt. Dies schien unser Begleiter sehr ernst zu nehmen und er machte immer wieder auf die Zeit aufmerksam. Wir liessen uns aber nicht hetzen und waren gegen Mittag wieder im Hotel zurück.

Den Nachmittag verbrachten wir mit chillen und gegen Abend machten wir uns mit den alten Fahrädern des Hotels auf in Richtung Stadtzentrum. Für das Abendessen wählten wir ein einfaches, jedoch sehr sauber wirkendes Restaurant an der Hauptstrasse. Die Küche bestand aus einer einfachen Box und auf dem Platz waren kleine 4er-Tische mit Stühlen verteilt. Traditionell wählte ich eine Gemüse-Suppe und einen Roti. Leider musste ich dann extrem schnell essen, da wir gleichzeitig von Mücken aufgefressen wurden und der Mückenspray befand sich im Hotelzimmer. Auch die glühenden Mückespiralen, welche der Restaurantbetreiber aufstellte, halfen hier überhaupt nicht. So gingen wir etwas früher ins Hotel zurück und legten uns nach dem spannenden und langen Tag auch früher ins Bett.

Abschliessen kann gesagt werden, dass dieser Parkbesuch sehr lohnenswert wart.     

Weiterreise von Ella nach Thissamaharama

Kurz vor 9:45 standen wir an der Hauptstrasse für den Bus nach Matara. Unsere Reise führte uns aber nicht bis ans Endziel, sondern lag auf halber Strecke Thissamaharama oder kurz Thissa. Der Bus aus Kandy traf sehr pünktlich ein und war schon bis auf den letzten Platz besetzt. Das Gepäck verstauten wir eilig im Heck und stiegen beim Hintereingang zu. Es war bereits sehr schwierig im Gang zwischen den Sitzplätzen einen Stehplatz zu ergattern. So blieb ich bei der Tür auf dem obersten tritt stehen und Stephan konnte sich im Gang einen Stehplatz sichern. Sofort nah der Fahrer wieder die Fahrt auf und mit viel Speed nahm er die Talfahrt in Angriff. Ich stand in dieser Zeit immer direkt an der offenen Tür und musste mich mit aller Kraft in jeder Kurve an den Haltestangen festklammern. Gleichzeitig konnte ich durch die offene Tür immer in den tiefen Abgrund hinunter sehen. Schon nach kurzer Zeit versuchte ich mich auf den Boden zu setzen, so dass ich mit den Füssen mich gegen die Türöffnung sperren konnte, was wesentlich weniger Kraft brauchte. Doch Bald kam der Fahrbegleiter und forderte mich auf aufzustehen und verschaffte mir gleichzeitig einen sicheren Stehplatz im Gang. Stephan kämpfte währenddessen mit der Übelkeit und versuchte in diesem dichten Gedränge an seine Kaugummis heran zu kommen, welche er in seinem Rucksack verstaut hatte. Da ich im Vortag die gleiche Strecke bis ins Tal mit dem Roller gefahren war kannte ich die Strecke und wusste, ab wann die Strecke etwas entspannter wurde. Bald fuhren wir im Busbahnhof von Wellawaya ein und von da an hatten wir das kurvige Hochland hinter uns gelassen. Doch ein Sitzplatz stand immer noch nicht in Aussicht. Da die Fahrt aber ca. 2 Stunden dauerte machte mir dies eigentlich auch nichts aus. Irgendwo auf der Strecke gab es dann eine 10 minütige Pause und als wir wieder losfuhren fing es fürchterlich an zu regnen. Ich hatte dann Glück, denn ein älterer Mann, welcher bald ausstieg, bot mir seinen Sitzplatz an. So konnte ich den Rest der Strecke, obwohl es immer noch heftig regnete, etwas entspannter verbringen. Inzwischen stiegen immer mehr Fahrgäste zu und im Gang wurde es immer enger und selbst auf den Sitzplätzen wurde ich vom Gedrücke nicht verschont. Doch mein Ziel an der Kreuzung von Pannegamuwa rückte immer näher. Draussen schüttete es immer noch heftig vom Himmel. Langsam machte ich mich für den Ausstieg bereit. Als der Bus stoppte versuchte ich den Hinterausgang zu erreichen aber ein Durchkommen durch die Menschenmasse  war ohne Druck und als Rüppel zu wirken nicht möglich. Als ich mit meiner Masse endlich das Trittbrett des Hintereingangs erreichte war der Bus bereits wieder angefahren. Nach 20 m stoppte er kurz und ich konnte abspringen und stand voll im Regen. Stephan hatte zum Glück alles Gepäck unter ein trockenes Vordach geschleppt und verhandelte bereits mit einem Tuc Tuc Fahrer für die Weiterfahrt zum Hotel. Dieser versuchte aus der Situation Profit zu schlagen und wollte den Preis pro Person abschliessen. Doch auf diesen faulen Trick fielen wir nicht herein und machten ihm ein reales Gegenangebot. Nach einem weiteren kurzen Hin und Her wurden wir uns handelseinig und liessen uns für Rs 350 ins Serene Park Hotel führen. Dieses Hotel versprach Seeblick und war mitten in Reisfelder eingebettet.          

Ella – Besuch der 9 Arches Bridge und Buddhas von Buduruwagala

Die Sonne an diesem neuen Tag hatte sich hinter einer dunkelgrauen Wolkendecke versteckt. Am Vorabend hatten wir uns entschlossen einen Tag länger in Ella zu bleiben und nochmals mit dem Scooter in der Umgebung rumzukurven. Doch beim Frühstück konnten wir uns noch nicht so richtig für unser Vorhaben begeistern. Zuerst wählten wir einen Besuch der Eisenbahnbrücke mit den 9 Bögen etwas ausserhalb von Ella aus. Auf dem Weg dorthin liessen wir uns von der Touristenmasse treiben und dachten, die würden auch zur Brücke gehen, doch auf dem Weg durch eine Teeplantage merkten wir bald einmal, dass diese Leute den Little Adams Peak besuchen wollten. So konzentrierten wir uns auf das Leben in der Teeplantage und fotografierten die tamilischen Pflückerinnen. Wir befanden uns auf dem Rückweg zu unseren Scooter und erneut wurden wir von einem Regenguss begrüsst. Ich suchte bei einem Restaurant einen Unterstand, während Stephan unter einem Baum ausharrte. Nachdem der Regen nachgelassen hatte machten wir uns auf die Suche der Eisenbahnbrücke. Leider fehlte es an verlässlicher Signalisation und wir verfuhren uns auf den schmalen Wegen, die meistens bei einem Guesthouse endeten – aber weit und breit war keine Brücke zu sehen. Einmal konnten wir einen Blick durch den dichten Regenwald von der Brücke erhaschen und wussten zwar, dass wir am Ziel ganz nahe dran waren, aber wie kommen wir dahin? Bei einem Versuch ins Tal hinunterzufahren bestand das letzte, relative steile Teilstück nur aus roter Erde ohne Steine oder Wurzeln, die den Untergrund festigten. Die Fahrt fühlte sich wie ein gleiten mit einem Snowbob an und bremsen wurde zu einem unkontrollierten Schlittern. Unten angekommen endete der Weg vor einem Wohnhaus und dies hiess wieder die Piste hochfahren. Der aufgeweichte Boden war aber so glitschig, dass die Räder des Rolles ohne Bodenhaftung leer durchdrehten. Selbst das Gehen auf diesem aufgeweichten Boden war extrem rutschig und schwierig. Dies versetzte mich etwas in Schrecken, denn es stellte sich die Frage, wie krieg ich hier den Roller wieder hoch. Zur grossen Freude regnete es dazu weiter und durchtränkte den Boden noch mehr. An Stephan, welcher sich im oberen Teil des steilen Wegs befand rief ich zu, er solle nicht mehr weiterfahren. Ich Stieg vom Roller und versuchte mit leerdrehendem Antrieb die Kiste nach oben zu stossen. Mit meiner profilierten Schuhsohle fand ich etwas Stand im Match und konnte den Roller gut führen. Mit viel Anstrengung und Motorenlärm brachte ich den Roller wieder bis zur Kurve koch, wo es steinigen Untergrund hatte. Stephan versuchte es auch, kam aber mit seiner glatten Sohle nicht vom Fleck. So ging ich nochmals runter und packte seinen Roller um ihn aus dem Morast zu befreien. Das Resultat dieser Aktion waren zwei Roller, welche völlig mit roter Erde bedeckt waren. Zudem waren meine Schuhe und Hosen völlig verdreckt, aber ich war glücklich, mich wieder auf den Scooter zu setzten und nach dem richtigen Weg zur Brücke zu suchen. Beim nächsten Versuch fanden wir den richtigen Weg und fuhren fast bis zu den Bahngeleisen hinunter. Nach einem kurzen Spaziergang mit Schwellenschritt erreichten wir auch die Brücke. Auf der Gegenseite standen Touristen, die sich mit dem Tuc Tuc hinführen liessen, was uns den Rückschluss gab, dass es eine bessere Zufahrt zur Brücke gab, welche aber in unserem Reiseführer nicht beschrieben war. Zum Fotografieren warteten wir auf einen Zug und fuhren dann nach diesen Anstrengungen in die Stadt zurück und genossen einen guten italienischen Lavazza Kaffee.

Nach dieser Pause entschieden wir uns für getrennte Wege. Stephan wollte unbedingt zurück nach fast bis Nuwara Eliya fahren um die terrassierten Berghänge zu fotografieren und ich zog es vor das Hochland zu verlassen und die Buddhas von Buduruwagala zu besuchen. So fuhr ich die 35 km ins Tal hinunter und besuchte den archäologischen Park mit den Buddhas. Dank dem schlechten Wetter hatte es fast keine Besucher und ich hatte die Möglichkeiten die in den Felsen gemeisselten Buddhas und Bodhisattvas ohne Menschen auf dem Bild zu fotografieren. In diesem Park hatte es auch noch einen See, welcher als Wasserreservoir dient und natürlich angelegt war. Hier verbrachte ich viel Zeit  mit der Kunst der Vogelfotografie, was bei diesen flinken Wesen nicht immer einen Volltreffer ergibt. Auf dem Rückweg machte ich noch einen Stopp in Wellawaya und kaufte Früchte ein. Vor dem grossen Eindunkeln erreichte ich Ella ohne an diesem Nachmittag nass zu werden. Ich war noch auf der Suche nach den Spicy Crackern mit Chilli, da meldete sich Stephan telefonisch, dass er bereits im Hotel sei. Er hatte mit seiner Ausfahrt weniger Glück, denn er fuhr direkt in ein Gewitter, wurde komplett durchnässt und kehrte dann geschlagen um. Im Hotel gönnte er sich eine warme Dusche und legte alles zum Trocknen aus.

Nach dem Abendessen, heute für mich ein Kothu Roti mit Huhn und Knoblauch, war nach diesem erlebnisreichen Tag früh Bettruhe angesagt.

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